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Illuminae – Ein wahnwitziges Weltraum-Abenteuer mit innovativer Aufmachung

Um diese Buch bin ich EWIG lange rumgestromert! EWIG!

Ich hatte nämlich durchaus Angst vor der Gestaltung dieses Buches, denn es ist (für mich eine totale Neuerung im YA-Genre) nur in offiziellen Chats, Dokumenten, Plänen und Aufzeichnungen geschrieben. Kein einziges Wort eines Erzählers!

Nichts! Wir kennen unsere Protagonisten nur durch offzielle und ein paar inoffizielle Dokumente! Wie komisch ist das denn bitte?

Aber nach dem ich von allen Seiten nur gehört habe, wie toll das Buch ist und es nur 10 Euro beim großen A (ich weiß, Schande über mich!) kostete, war die Versuchung zu groß und ich ließ mich auf das verrückte Hacker-Abenteuer im All ein…mit verheerenden Auswirkungen…


Kurzinfo:

  • Autor: Amy Kaufman & Jay Kristoff
  • Genre: Science Fiction, YA
  • Verlag: Knopf Books for Young Readers
  • Seitenzahl: 608 S.

Kurzbeschreibung:

Kady dachte ja, dass die härteste Aufgabe an diesem Tag sein würde, mit ihrem Freund Ezra Schluss zu machen. Doch als sie dies hinter sich gebracht hat, wird ihr Heimatplanet Kerenza, ein kleiner Eisbrocken am Rande des Universums, von einer Flotte der Firma BeiTech angegriffen, einzig aus dem Grund, das auf dem Planeten eine illegale Mine des größten Rivalen von BeiTech steht.

Ezra und Kady können mit einer Flotte von drei Schiffen fliehen – Kady auf die Forschungsstation Hypathia und Ezra auf das Kriegsschiff Alexander. Doch sie werden verfolgt – von dem letzten verbleibenden Schiff der BeiTech-Flotte – und haben noch eine ganze Menge anderer Probleme in der Unendlichkeit des Alls…


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Klischees in Jugendliteratur – oder warum ich langsam verzweifle.

Versteht mich jetzt nicht falsch.

Ich liebe Jugendbücher. Ich liebe Jugendliteratur. Ich liebe die kreativen Geschichten, die entstehen und für Jugendliche tausende Welten öffnen.

Vor allem aber liebe ich Fantasy. Und zwar Jugendfantasy. Die jugendlichen Protagonistin sind mir einfach viel näher als Männer und Frauen in historischen Romanen oder „klassischer“ Literatur, egal ob alt oder jung.

Was ich an Fantasy und besonders Jugendfantasy liebe, ist schnell zusammengefasst:

  • Darstellung von kreativen Ideen und Vorstellungen
  • jugendliche Protagonisten
  • Erweiterung der realen Welt um bestimmte Aspekte

Kurz gesagt ist es das Gefühl, tausende Welten bereist zu haben und in jeder von ihnen zu Hause zu sein.

Aber ich werde diesem Gefühl langsam und immer mehr beraubt. Dem Gefühl, mich in meine Bücher flüchten zu können, wenn ich möchte.

Denn ich fühle mich verdammt noch mal nicht mehr wohl. Nicht in allen Bücher, nein nein, dann würde ich ja nicht mehr lesen, was hätte ich denn dann davon?

Aber das „Nicht-Mehr-Wohlfühlen“ kommt in immer mehr Büchern vor und das finde ich wirklich nicht mehr in Ordnung. Vielleicht habe ich gar nicht die Berechtigung, alles zu kritisieren, denn ich bin noch nicht so lange dabei, wie manch anderer, aber ich habe da so ein Gefühl und das muss raus.

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Gedichte

Mir reichts.

Es ist mir langsam einfach genug.

Langsam ist es einfach nur noch peinlich.

Und ich verstehe es auch nicht mehr.

Wovon ich rede?

Davon, dass JEDER und damit meine ich auch JEDER meint, dass er etwas „Besonderes“ ist, das keiner so wie er ist und dass man ihn deshalb bloß nicht angreifen darf. Und dieses „Besondere“ ist nicht, dass man irgendetwas kann oder in irgendetwas besonders gut ist. Nein, das einzige Merkmal, das dich von allen anderen absondert, ist deine ach so schlimme Vergangenheit.

Was zum Teufel ist los mit uns?

Aber erstmal ganz von vorne:

Ich habe nichts dagegen, wenn jemand herausstellt, dass er etwas Besonderes ist und auch nichts dagegen, wenn gesagt wird: Niemand ist so wie ich.

Denn das stimmt. Es gibt keine exakte Kopie von dir selbst und niemand kann EXAKT so sein wie du.

Aber muss man dadrauf denn ständig so rum reiten? Reicht es nicht, dass in Situationen zu sagen, in denen es wirklich notwendig ist?

Offenbar nicht. Denn es ist durch irgendeinen Zufall dazu gekommen, das man in unserer Zeit möglichst individuell sein möchte. Das ist ja auch kein Problem. Ich finde Individualität großartig und sehr erstrebenswert.

Aber ich bekomme immer mehr das Gefühl, dass wir uns selbst etwas vormachen und uns etwas vorgemacht wird.

Denn eine Jeans mit einem Hauch anderem Blau zu tragen, eine Band zu hören, die nicht jeder kennt, ein Hobby zu haben, das nicht jeder hat, einen andern Haarschnitt zu haben oder einfach nur andere Adidas-Schuhe zu tragen, ist VERDAMMT NOCH MAL NICHT INDIVIDUELL!

Das ist eine vorgegaukelte Individualität! Wir merken es selbst gar nicht. Wenn es den Lippenstift in fünfzig Ausführungen gibt und zwei Leute nehmen jeweils einen anderen davon, ist es immer noch genau dieser Lippenstift. Wenn wir unsere Nike- oder Adidas-Schuhe ab jetzt selbst farblich gestalten können, ist dies doch immer noch derselbe Schuh! Wenn wir auf die Straße schauen, lassen sich die Leute von den Klamotten kaum auseinander halten, obwohl ständig gesagt wird, wir hätten jeder einen eigenen Style.

Und das finde ich höchst bedenklich.

Vor allem aber, nervt mich diese eine Sache: Dieser verdammte Drang des Menschen anders zu sein.

Psychologisch betrachtet ist das ganz einfach: Der Mensch will auf der einen Seite zugehörig sein, auf der anderen Seite allerdings auch ein eigenes Individuum bleiben. Das hört sich doch verdammt nach unserer Gesellschaft an, oder?

Aber es bleibt ja nicht bei dieser scheinbaren Abgrenzung durch die Klamotten oder das Aussehen. Worum es mir geht, ist Folgendes:

Die Menschen wollen ja unterbewusst immer anders sein. Sich immer von den anderen abheben. Immer wollen wir uns abgrenzen.

Und das tut man nicht über Dinge, die wirklich unterscheiden, wie Ansichten oder Interessen. Oh nein, das wäre ja viel zu einfach!

Da gibt es nämlich zwei Varianten:

  1. Ich hatte eine schlimme Vergangenheit oder auch: Fishing for compliments at its best

In dieser Kategorie behaupten die Betroffenen, eine schlimme Vergangenheit durchgemacht zu haben, aber da jetzt drüber zu stehen und nach vorne zu blicken. Das Dumme daran ist nur: Das, was sie „durchgemacht“ haben, hat jeder andere genauso durchgemacht. Oder es ist einfach nichts, was man durchgemacht hat, weil es nichts Erschreckendes ist oder Etwas, was den Seelenfrieden raubt.

Man sagt also die ganze Zeit: Oh mein Gott, ich hatte so eine schlimme Vergangenheit! Aber da steh ich jetzt voll drüber und lass mich nicht mehr davon ablenken!

Falsch gedacht! Denn genau die Leute, die mit wirklich schlimmen Dingen abschließen müssen oder gerade schlimme Dinge durchmachen, schweigen meist darüber. Die Leute, die mit schlimmen Dingen abgeschlossen haben, müssen nicht darauf herumreiten. Die wissen, dass die Vergangenheit zu ihnen dazu gehört. Das müssen sie nicht dauernd allen erzählen.

Und genau deshalb geht mir diese Heuchelei auch dermaßen auf den Geist.

Ich will nicht hören, was ihr angeblich alles durchgemacht habt.

Euch geht es verdammt nochmal besser, als 99% der Menschen auf diesem Planeten! Ihr habt alles, was ihr braucht. Ihr habt Freunde, was zu Essen, ein Zuhause und genug Möglichkeiten, um alles in dieser Welt zu bekommen.

IHR SEID NICHT BEMITLEIDENSWERT!

Also versucht doch einfach mal, nicht immer den Teufel an die Wand zu malen und euch in Dinge hineinzusteigern, die nichts bedeuten.

Die Leute, die im Jetzt leben sind immer noch die, die am meisten davon mitkriegen und verstehen.

Der Rest bleibt beim Versuch andere von der eigenen Besonderheit zu überzeugen auf der Strecke und wird zum absoluten Durchschnitt.

Denn Besonderheit muss von sich selbst und anderen erkannt werden, statt zu versuchen, andere davon zu überzeugen.

2. Die Betroffenen behaupten, dass sie keiner richtig kennt.

Die zweite Strategie wird auch gerne verwendet, um sich wichtig zu machen und sich bei anderen interessant zu machen.

Der Trick hierbei besteht darin, dass derjenige, dem dies erzählt wird, praktisch zu einem Detektivspiel herausgefordert wird, wie denn der Mensch im Innern nun ist.

DAS. IST. SO. ARMSELIG!

Wenn euch keiner kennt, dann müsst ihr mir nicht unter die Nase reiben, wie sehr euch keiner kennt.

Entweder ihr zeigt mir euer wahres Ich oder ihr lasst es gleich mit mir zu reden.

Dann können wir das auch gleich sein lassen.

Außerdem ist es eh so, dass die, die über sowas noch nicht mal nachdenken würden, diejenigen, die eigentlich keiner kennt.

Ich verstehe auch nicht, warum man sowas jedem unter die Nase binden muss. Was soll das bringen? Interesse?

Mich schreckt das eher ab. Denn offensichtlich strebt er oder sie nicht an, mir dieses Ich zu zeigen, also warum überhaupt erwähnen, dass es existiert?

Zum Abschluss:

Hört. Auf. Euch. Wichtiger. Zu. Machen. Als. Ihr. Seid. Verstanden?

Ihr braucht keine schlimme Vergangenheit oder versteckte Seelen, damit ihr anders seid. Der Mix aus all euren Interessen und Fähigkeiten macht euch besonders und nicht, welche ach so schweren Zeiten ihr angeblich durchgestanden habt.

Dieser Drang etwas Besonderes sein zu wollen, erschließt sich mir generell nicht.

Macht doch einfach, auf was ihr Bock habt und schert euch nicht um andere. Wenn dann jemand so ähnlich ist, wie ihr, dann ist das doch schön! Es zeigt, wie ähnlich ihr euch seid und gibt euch Gesprächsstoff und Gemeinsamkeiten.

Also: Macht, was ihr wollt und seid, wer ihr sein wollt. Belästigt andere nicht mit eurer Wichtigtuerei. DANN seid ihr was Besonderes.