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Rezension: Das dunkle Herz des Waldes

Ein Drache, der kein richtiger Drache ist? Ein Mädchen, was zaubern soll, aber sich weigert?

Eine riesige Bedrohung, die ein Königreich zu verschlingen droht, doch der Prinz kann an nichts anderes als Krieg denken?

Eine wundersame Geschichte, über die man noch in Jahrhunderten staunen wird?

Das und viel mehr bietet „Das dunkle Herz des Waldes“ von Naomi Novik!


bibliographische-daten

  • Autor: Naomi Novik
  • Genre: Fantasy
  • Verlag: cbj-Verlag
  • Seitenzahl: 571 S.

kurzbeschreibung

Agnieszka liebt das Tal, in dem sie lebt: das beschauliche Dorf und den silbern glänzenden Fluss.

Doch jenseits des Flusses liegt der Dunkle Wald, ein Hort böser Macht, der seine Schatten auf das Dorf wirft. Einzig der „Drache“, ein Zauberer, kann diese Macht unter Kontrolle halten. Allerdings fordert er einen hohen Preis für seine Hilfe:

Alle zehn Jahre wird ein junges Mädchen ausgewählt, das ihm bis zur nächsten Wahl dienen muss – ein Schicksal, das beinahe so schrecklich scheint wie dem bösen Wald zum Opfer zu fallen.

Der Zeitpunkt der Wahl naht, und alle wissen, wen der Drache aussuchen wird: Agnieszkas beste Freundein Kasia, die schön ist, anmutig, tapfer – alles, was Agnieszka nicht ist. Niemand kann ihre Freundin retten. Doch die Angst um Kasia ist unbegründet.

Denn als der Drache kommt, wählt er nicht Kasia, sondern Agnieszka…


Novik_Das dunkle Herz des Waldes.png


eigene-meinung

POSITIV

  • Die Geschichte ist rasant und voller Plottwists!

Zwar braucht die Geschichte eine Weile, um wirklich ihr volles Potenzial auszuschöpfen und richtig anzulaufen, aber ich mag das Setting sehr gerne und so konnte man auch die Initialisierungsphase überstehen und sich auf die rasante folgende Geschichte voller Grausamkeit, Tod, Schlachten, Magie und Verfolgungsjagden einlassen.

Außerdem mag ich die Porträtierung der Magie hier sehr gerne, denn ich bin ja eh schon ein richtiger Magiefan, aber dieses hier hat Magie noch einmal  ganz anders aufgefasst und ich mochte es wirklich gerne!

  • Die Geschichte hinter der Geschichte! (Ein toller Märchencharakter!)

Zwar tritt dieser Charakter erst ziemlich am Ende des Buches zu Tage, aber die ganze Zeit hat es den Charakter eines sehr alten und sehr berühmten Märchens, dass nun neu aufgelegt wird.

Die Heldin und der Grundbaustein der Story sind wohl von einem polnischen Märchen inspiriert und das merkt man dem Buch auch an, denn es hat einfach dieses Märchen-Feeling, was einen umfängt und nicht wieder loslässt.

I LIKEY!

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  • Ein blumiger und ausufernder Schreibstil

Normalerweise mag ich kurze und knackige Schreibstile lieber, aber bei diesem Buch hat es irgendwie gepasst, die Magie wurde viel plastischer, die Geschichte hatte einen eigenen Flow, den ich sehr genossen habe, denn man konnte nicht durchfliegen, sondern musste sich wirklich Zeit nehmen.

Außerdem ist das Metaphern-Game hier sehr strong! Total! Und auch wunderschön! Wer auf Metaphern steht, der kommt hier total auf seine Kosten.

  • Die (sowas von kleine) Liebesgeschichte!

Sie kam aus dem Nichts und blieb weder lange, noch konnte man sie richtig genießen.

Nein, ich rede nicht von der Ferienzeit, sondern von der absolut winzigen Liebesgeschichte in diesem Buch.

Sie kam buchstäblich aus dem Nichts, hatte mich aber ab dort fest im Griff und ich habe auf weitere Szenen hingefiebert, die aber irgendwie großteils ausblieben.

Trotzdem war ich Fan der ersten Stunde und bin verliebt (hehe, Wortwitz!) in diese Liebesgeschichte!

NEGATIV

  • ES. IST. SO. LANGATMIG.

Kleine Statistikstunde: Laut selbstbetriebenen Studien, die natürlich keine wissenschaftliche Relevanz haben, lese ich normalerweise so um die 60-100 Seiten die Stunde.

NICHT BEI DIESEM BUCH!

Bei diesem Buch brauche ich als schnelle Leserin 2 Stunden für 100 Seiten! 2 STUNDEN!

Was zum?! Das war echt nicht lustig und es zog und zog und zog sich, durch den Schreibstil passierte auch nicht so viel auf einer Seite, als dass es mich hätte ködern können.

Versteht mich nicht falsch, die Geschichte hatte keine ziehenden Stellen, oder Bereiche in denen es einfach langweilig war, denn konstant passierte etwas, aber ES ZOOOOOG SICH UNENDLICH!

(Ein bisschen so, wie meine Rezensionen zu lesen, hehehe!)

Aber ganz ehrlich: ZU LANG! VIEL ZU LANG! Demnächst bitte weniger Kaugummi und mehr Brause!

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  • Action war keine richtige Action, wegen des Schreibstils

Wenn in einem Kampf auf Leben und Tod der Fokus eben nicht auf dem Kampf auf (und ich muss das betonen) LEBEN UND TOD liegt, sondern auf dem silbernen Glänzen der Uniformen, dem Schreien der Soldaten, der Bewegung der Schwerter und der Verwirrung in den Gesichtern der Soldaten, dann hat man eindeutig das Ziel verfehlt.

Manchmal habe ich gar nicht mitgekriegt, was wirklich passiert ist, denn die wichtigen Informationen gehen in einem Wust von Beschreibungen, Gedanken und Metaphern unter, was bei nachdenklichen Stellen auch mal sein kann, aber doch nicht immer!

Und versteck doch die wichtigen Informationen nicht immer mitten in den langweiligen Parts! URGH!

  • Manches fühlte sich zu unecht an

Gott…ne. Einfach ne.

Ich weiß, ich weiß, ich weiß, es soll eigentlich ein Märchen sein und Märchen sind einfach mysteriös und nicht real. I KNOW!

Aber manchmal habe ich auch Ansprüche, dass sich Dinge echt anfühlen und ich mitfühlen kann.

Aber bei manchen Zaubern, manchen Wendungen, manchen Ereignissen dachte ich mir nur: Ne, also das ist mir jetzt ein wenig zu einfach gelöst.

Beispielsweise, dass sie am Anfang über kaum ein Fitzelchen Magie verfügt und immer sehr schnell erschöpft ist, aber ihr Magievorrat am Ende ohne sehenswerte Entwicklung einfach immer weiter anwächst und kein Ende zu haben scheint.

Außerdem sind diese „Zufälle“ (die natürlich eingefädelt sind, aber keine Spoiler hier!), mit denen die ganzen Leute nacheinander wegsterben keine komplexen Masterpläne, sondern wirkliche Zufälle, weil bei diesen wirklich auch alles hätte anders laufen können.

Und ich will gar nicht erst davon anfangen, wie eine gewisse Person den Berg runtergepurzelt ist, ohne sich IRGENDWAS zu tun…

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  • Liebesgeschichte doch eher…unglaubwürdig

Die Liebesgeschichte. *seufz* Sie hatte ihren ganz eigenen Zauber, denn ich bin ein riesiger Fan davon, auch wenn es wirklich nicht viele Szenen gibt, aber ich mochte sie total.

Aber irgendwas daran störte mich immer und überall. Erstmal ist er am Anfang einfach nur ein riesiges Arschloch. Punkt. Er beleidigt sie ständig und überall und zeigt ihr ihre Nutzlosigkeit auf.

Und dann auf einmal ohne Zusammenhang: BAFF! Haben sie sich auf einmal super lieb und zwei Seiten später giftet er sie wieder an. HÄH?

Und er hat nie auch nur ein Zeichen von sich gegeben, dass er sie toll findet.

Ich für meinen Teil finde, dass Agnieszka schon eine Hellseherin sein müsste, um aus diesem Verhalten herauszusehen, dass er sich auch in sie verguckt hat.

  • Die Zauber waren unverständlich

Also ich habe nichts gegen ausgeklügelte Magiesysteme, ich liebe sie sogar über alles, aber einen ganz entscheidenden Faktor muss es dabei geben: Es muss verständlich sein und ich muss es mir merken können.

Es gibt diverse Zauber in diesem Buch und sie alle werden regelmäßig eingesetzt, allerdings haben diese komplizierten Befehlsketten, die nie richtig erklärt wurden, bei mir genau das hier im Kopf verursacht: ASDFGHJKLÖÄQWERTZUIOPÜYXCVBNM!

Und wenn dann da steht: Sie wirkte Halvod und lief weiter, dann sagt mir das Nullkommanichts und ich blättere nicht wieder zurück, um zu schauen, wann sie das schon einmal benutzt hat.

Außerdem wird meistens doch beschrieben, welche Auswirkungen der Spruch hat, also wäre der Ausspruch doch völlig überflüssig, oder?

(Außerdem scheint einer der Zaubersprüche irgendwie ALLES zu können und ist quasi eine Art Wunderheilmittel…na, da hat sich aber jemand Mühe gegeben…)

fazit

Eine Geschichte, die auf einem polnischen Märchen basiert und durchaus Probleme bei der Aussprache der Protagonistin bereitet, allerdings kann es mit einer tollen Geschichte, einer starken Protagonistin, ständig wechselnden Charakteren und tollen Magiebeschreibungen aufwarten.

Außerdem faszinieren der blumige Schreibstil und die süchtig machende Liebesgeschichte, ebenso wie der Märchen-Charakter der Geschichte!

Allerdings zieht es sich wirklich unfassbar und man muss sich sehr viel Zeit nehmen, um dieses Buch wirklich genießen zu können.

tintenkleckse_4

4 von 5 Tintenklecksen!


Andere Blogs, die ebenfalls „Das dunkle Herz des Waldes“ rezensiert haben:

 

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15 Kommentare zu „Rezension: Das dunkle Herz des Waldes

  1. Ich weiß jetzt was du meinst! Habe gestern angefangen zu lesen und es war sooo anstrengend dabeizubleiben :O Ich lese es auf Englisch, aber anscheinend hat dieses Phänomen nichts mit der Übersetzung zu tun.. :-/ Ich hoffe, dass es besser wird oder, dass ich mich daran gewöhne.

    Gefällt 1 Person

  2. Hello my Dear,
    Du hast es mal wieder schön zusammengefasst! Ich habe das Buch nie rezensiert, da ich meine Langweile nicht in Worte fassen konnte 😉 Idee ist echt toll und die Sprache hat mir auch gut gefallen aber wie Du schon sagst, es ziiiiiiieeeeehtttt sich wie Kaugummi und irgendwie so richtig was passieren tut nix und mit dem vermeintlichen Drachen Bub konnte ich auch so gar nix anfangen … Schade, wirklich schade, das Buch hätte SO VIEL Potenzial …

    Oh man, und das Du schon SCYTHE liest! ARGH!!!! Werde jetzt erst mal Rat der Neun für den Bayerischen Buchclub beginnen und vom 2. Teil Magonia hab ich nur die halbe erste Seite gelesen. Mehr war diese Woche nicht drin …

    Liebe GRüße
    Kati

    Gefällt 1 Person

    1. Hey my dear!
      Danke für deine lieben Worte und du hast sowas von Recht! Ich finde es echt schade, dass durch diese Langeweile so viel Potenzial weggenommen wird…
      Ich hab Scythe sogar schon beendet! Und ich kann dir sagen, dass es sich sowas von lohnt!
      Viel Spaß bei Rat der Neun, ich werde es im Februar mit meinem Buchclub lesen 🙂

      Viele liebe Grüße,
      Anna

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  3. Guuuten Morgeeeen!
    Zuerst klang deine Rezension total euphorisch und das Buch war kurz davor auf meine Leseliste zu wandern, aber die negativen Punkte haben es eindeutig in sich. Ich bin sowieso schon eine langsame Leserin, da kann ich solch langatmigen Bücher nicht gebrauchen 😦
    Liebste Grüsse
    Julia

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  4. Um ganz ehrlich zu sein… Ich mag das Buch nach der Leseprobe immer noch! Daran ist nichts langatmig (und die Leseprobe war 42 Seiten lang) Aber ich gebe zu ich bin Kant und Kafka geschädigt ;D Vielleicht liegt es daran…
    Geschichte klingt zumindest super und die Probe hat mich angfixt. So ein Mist aber auch wieder ein Buch mehr auf der Want-to-have-Liste.

    Ps: Was lediglich eine kurze Liebesgeschichte in einem Jugendbuch?! Bist du dir da sicher?;) (Sorry, der Scherz musste sein, was ich hier inzwischen alles für Mist liegen habe den ich früher mal mochte -.-)

    Gefällt 1 Person

    1. Ich mag es doch auch! Es war nur sehr langatmig für mich, vielleicht ist es für dich genau richtig! 😀
      Ich bin auch Kant und Kafka geschädigt 😀 Aber es war trotzdem laaaaaaaang!
      Und da war wirklich nur ein wenig Liebesgeschichte! Tatsächlich! Fand ich wirklich cool! 😛

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      1. Das war auch eher auf die Allgemeinheit bezogen… Mir ist aufgefallen das die meisten Blogger das Buch entweder hassen oder lieben. Selten so einen Zwiespalt erlebt.

        Kafka hat bei uns in der neunten oder zehnten angefangen -.- Wobei es nach den ersten 200 Seiten ging 😀

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  5. Hallo!
    Also ich habe genau dieselben Kritikpunkte wie du, aber bei mir ist das Buch nicht so gut weggekommen 😀 Und ja ich habe es jetzt endlich durch. Puh. Nix für mich.
    Aber sehr schöne Rezension 🙂 Und ja bei der Stelle wo jemand runterfällt dachte ich mir auch nur What 😀
    Liebe Grüße
    Charline

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