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Rezension: To all the boys I’ve loved before

Liebesromane sind immer etwas heikel. Entweder ich finde die Charaktere unsympathisch, ich kann die Liebe nicht nachvollziehen, ich finde es viel zu kitschig, oder aber ich kann es einfach nicht nachvollziehen.

Realismus ist die eine Sache, die mir immer fehlt. Ich möchte einfach nichts von den Mauerblümchen mehr wissen, die keine Freunde und Hobbys haben, aber natürlich trotzdem total hübsch und in Gegenwart des Love-Interest total schlagfertig sind.

Aber zum Glück hat „To all the boys we loved before“ das komplett anders gemacht.


Kurzinfo:

  • Autor: Jenny Han
  • Genre: Roman, Liebe, Jugendbuch
  • Verlag: Simon and Schuster
  • Seitenzahl: 355 S.

Kurzbeschreibung:

Lara Jean keeps her love letters in a hatbox her mother gave her.

They aren’t love letters that anyone else wrote for her; these are ones she’s written. One for every body she’s ever loved – five in all. When she writes, she can pour out her heart and soul and say all the things she would never say in real life, because her letters are for her eyes only. Until the day her secret letters are mailed, and suddenly Lara Jean’s love life goes from imaginary to out of control.

Han_To all the boys I've loved before

Sarah! Vielen Dank, dass du mir dieses Buch geschenkt hast! Es ist wirklich toll! Warum, kann man da unten nachlesen 😀

Eigene Meinung:

+ Realismus

Hach ja, ich habe selten ein Buch gelesen, was dermaßen realistisch war. Keins der Gespräche wirkte gekünstelt und unecht, sondern aus dem realen Leben heraus gegriffen und plastisch dargestellt. Lars Jean ist ein erfrischender Charakter, der natürlich Ecken und Kanten hat. Das gehört nämlich dazu, auch wenn die meisten Jugendbücher es nicht mehr für nötig halten.
Zwar ist sie auch manchmal naiv, gutgläubig oder kurzsichtig, aber sie entwickelt sich weiter und sieht, dass ihre Kindheitsträume nicht wahr werden können. Kurzum: Pubertät.
Und das ist auch gut so. Ansonsten wäre das hier nämlich sehr schnell zu einer Kitschallüre geworden, die sich nur schwer hätte ertragen lassen.

+ Zusammenhalt der Geschwister

Selten habe ich in einem Buch so viel Zusammenhalt zwischen den Geschwisterteilen gesehen. Die drei Song Mädels sind super niedlich und ich liebe es, wie sie trotzdem alle zusammenhalten. Die strenge und im Leben stehende ältere Schwester, dann natürlich unsere Lara Jean und die kleine und sehr coole Schwester. Diese Schwesternliebe ist wirklich zu sehen und zu spüren und lässt einen die „wirkliche“ Liebesgeschichte hinterfragen. Ich wage zu behaupten, dass diese Liebesgeschichte eher eine Geschwisterliebe dokumentiert, als die „normale“ Liebe, die sonst immer thematisiert sind.

+ Sie „bekommt“ nicht den Traumprinzen

Lara Jean kennt nicht immer ihre Gedanken und Gefühle und es läuft wirklich nicht alles nach Plan. So will sie zum Beispiel die ganze Zeit den einen Typen „haben“, aber merkt gar nicht, dass der andere Typ viel besser ist und sie sich schon in ihn verliebt.

Ihr Plan geht nicht auf und sie weiß wirklich, dass sie nicht ihre Schwester so reinreiten kann, indem sie das tut, was sie tun will.

Eine gute Moral in diesem Buch und den Gedanken, dass nicht immer alles nach Plan läuft und trotzdem alles gut werden kann.

+ Wirkliche Teenagergedanken

Da ich ja selber noch im Teenageralter bin, habe ich mich wirklich gefreut, dass das Buch diese Gedanken so präzise abbildete. Denn in anderen Büchern denken und reden die Figuren wie Mitte oder Ende 20 und sind verzweifelt auf jung getrimmt. Bei diesem hier allerdings kommt die hormonelle Verwirrung sehr gut durch und die unsicheren Gedanken zum Leben, der eigenen Person und den Leuten um einen herum machen einfach Lust und Laune.

+ Gefühle von unerwiderter Liebe

Ihr wisst gar nicht, wie sehr ich mich gefreut habe, als Lara Jean davon berichtete, wie sie ein Jahr lang einem Typen hinterher schmachtete, der sie nie zu Bemerken schien und der sie ganz offensichtlich nicht so mochte, wie sie ihn. Versteht mich nicht falsch, ich habe mich nicht gefreut, dass das genau ihr passiert ist, ich bin ja kein Unmensch! 😀

Aber ich habe mich gefreut, dass es generell einfach mal angesprochen wird! Ich bin einfach die Romane leid, die immer und immer wieder betonen, dass die Protagonisten auf keinen Fll vorher schon einmal verliebt waren oder es gerade sind. Wo kämen wir denn da hin?

Ein sehr großer Pluspunkt!

+ Klischees wurden nicht bestätigt und teilweise sogar entlarvt

Anstatt also die Geschehnisse so aufzuzählen, wie es der normale Liebesroman tun würde, führt dieser hier bewusst Klischee Situationen herbei, um sie zu entlarven und sie ganz anders ausgehen zu lassen, als man es erwartet.

Das habe ich geliebt! Denn es zeigt einfach, dass es auf sehr viel mehr ankommt, als nur auf kitschige Situationen. Und natürlich dass fast nie etwas so läuft, wie man es gerne hätte.

Ich würde dieses Buch vielleicht sogar als „Anti-Kitsch-Buch“ bezeichnen, denn es schafft es ohne Kitsch eine großartige Geschichte zu erzählen und gleichzeitig gegen Kitsch anzuschreiben. 😀

– Plot ist zu vorhersehbar

So sehr ich dieses Buch auch mochte…aber der eigentliche Plot an sich ist einfach viel zu vorhersehbar und genau das, was man nach 5 Sekunden annimmt….was irgendwie schon etwas doof ist. Allerdings finde ich auch, dass „der“ Plot hier nicht unbedingt im Vordergrund steht, sondern eher die Entwicklung von Lara Jean und das Finden des eigenen Lebens.

– Nicht so tiefe Gefühle

Ich hätte bei so einem Buch doch etwas tiefere Gefühle erwartet. Alles kam mir ein wenig gezwungen vor und nicht so, als würde es wirklich gewollt werden. Allerdings muss man dazu sagen, dass Lara Jean die ganze Zeit eigentlich total verplant ist und wirklich nicht weiß, was sie will.

Trotzdem hätte ich gerne doch etwas mehr Klarheit für die Gefühle gehabt, damit ich mitfiebern kann.

– Die letzten 100 Seiten waren zu verworren

Die letzten 100 oder 80 Seiten waren mir einfach zu verworren und nicht wirklich gut durchdacht, weil irgendwie alles und nichts passiert und dieses ganze Gefühlschaos einfach ein wenig zu viel war.

– Ende ist kein vernünftiges Ende

Dieses Ende. Ist. Kein. Ende. Sondern die Geschichte geht im Prinzip eigentlich erst los.

Und irgendwie macht das total viel Sinn, denn das Buch bildet einfach das normale Leben ab. Aber ich wollte ein Ende! Hätte meinetwegen auch was ungutes sein können…aber ich will verdammt noch mal ein Ende! Jetzt!

Nicht, dass ich die Metapher dahinter nicht verstanden hätte, aber trotzdem wirft es mehr Fragen auf, als es beantwortet….meh!

Fazit:

4 Tintenkleckse für dese supersüße Geschichte nicht um die Liebe, sondern um das Leben eines ganz normalen Teenagermädchens, das erwachsen werden muss. Das Buch entlarvt super Liebesklischees und zeigt das echte Leben. Es stellt die Familie in den Vordergrund, was eine Innovation ist und mich daher von sich überzeugen konnte.

Tintenkleckse_4.png

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7 Kommentare zu „Rezension: To all the boys I’ve loved before

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