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Rezension: Kirschroter Sommer

Kurzinfo:

  • Autor: Carina Bartsch
  • Genre: Roman
  • Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag
  • Seitenzahl: 511 S.

Kurzbeschreibung:

Emeley studiert Literaturwissenschaften in Berlin und führt eigentlich ein angenehmes Leben. Das einzige, was ihr fehlt, ist ihre beste Freundin seit Kindertagen: Alex. Sie studiert in München, doch sie schmeisst ihr Studium hin und kommt nach Berlin, um dort zu studieren. Emeley freut sich riesig. Der einzige Nachteil ist Alex‘ Mitbewohner: ihr älterer Bruder Elyas, mit dem Emeley noch eine Rechnung von vor sieben Jahren offen hat. Kann sie damit zurecht kommen, so oft Elyas zu begegnen? Und kann sie ihm noch einmal verzeihen?

Kirschroter SommerEigene Meinung:

Nachdem mir viele Personen von „Kirschroter Sommer“ regelrecht vorgeschwärmt hatten und es offenbar ALLEN sehr gut gefiel, war ich erst einmal von dem Hype abgeschreckt. Denn was von vielen Leuten gemocht und regelrecht gefeiert wird, ist für mich meist nur ein durchschnittliches Buch und Hypes enttäuschen mich regelmässig.

Nicht so bei diesem Buch. „Kirschroter Sommer“ war ein Geschenk zu Weihnachten, aber ich kam erst sehr spät dazu, dieses Buch zu lesen.

Das Warten hat sich wirklich gelohnt.

Carina Bartschs Schreibstil ist so leicht, flüssig und gut aneinander anknüpfend, dass man regelrecht durch die Seiten fliegt. Aber gleichzeitig schleichen sich durchaus tiefgründige Gedanken und Feststellungen ein.

Die Charaktere sind so fein gearbeitet, dass man sich einfach in sie verlieben musste. Obwohl sie durchaus aus Stereotypen bestehen: Emely, die schüchterne Lesemaus mit wenig Selbstbewusstsein und keinem Sinn für Make-Up, Alex, die total aufgedrehte, dauernd quatschende Schönheit mit grosser Klappe aber nur kleinem Körper und schliesslich Elyas, der undurchsichtige Bad Boy mit einer Maske, hinter der er sein anderes Ich verbirgt, und eine grosse Klappe hat.

Allerdings sind alle drei Charaktere sehr vielschichtig und weichen von ihren Stereotypen ab, haben also individuelle Charaktereigenschaften.

Am allerbesten haben mir die Wortgefecht zwischen Elyas und Emely. Beide haben einfach original meinen bissigen sarkastischen Humor und keiner zeigt sich wegen so eines Kommentars gekränkt oder beleidigt.

Ich liebe einfach diesen Galgenhumor und Emelys und Elyas‘ Wortgefechte sind einfach nur genial ironisch und sehr kreativ.

Ich musste oft laut los lachen und auch bei Emelys Gedanken schmunzeln und lachen. Dabei ist so was bei mir normalerweise sehr selten.

Die Atmosphäre der einzelnen Orte war zwar gut ausgearbeitet, aber konnte nicht den vielmals angepriesenen Charme Berlins wiedergeben. Die einzelnen Orte waren gut beschrieben und atmosphärisch, allerdings ging der Charme der Stadt dabei unter beziehungsweise war nicht mehr spürbar.

Was zum Schreibstil noch anzumerken wäre:

Er ist so flüssig und mitreissend, dass ich die knapp 500 Seiten in anderthalb Tagen VERSCHLUNGEN habe. Und wenn ich verschlungen sage, dann meine ich auch verschlungen. Nicht so Joa habs inner Woche gelesen….

Sondern: Ich konnte es nicht aus der Hand legen.

Dabei hat der Schreibstil dafür gesorgt, dass das Lesen niemals anstrengend wurde und ich keine Pausen gebracht habe.

Obwohl die Story sich eigentlich nur um die Geschehnisse zwischen Elyas und Emely dreht, geht sie schnell voran und es gibt keine Längenpausen, sondern eher immer schnellere Phasen.

Ansonsten ist es eine Liebesgeschichte, die eine wirklich individuelle Note besitzt und eine sehr spürbare Stimmung und Anziehung zwischen den Protagonisten hervorruft, die durch Zwischenfälle und sehr ausführlichen Nebenstorys unterstützt wird.

Ach ja, eine Sache noch zum Schluss: Ich war sehr überrascht davon, dass mich die Körperlichkeiten zwischen den beiden nicht kalt gelassen haben. Denn nachdem in jedem Jugendroman Küsse und ähnliches geschildert werden, stumpft man irgendwann ab.

Nicht so hier: Obwohl nur ein WANGENKUSS geschildert wurde, ernsthaft ein Wangenkuss, noch nicht mal ein richtiger Kuss, konnte man förmlich spüren, wie die Luft dicker, die Zeit langsamer und die Welt nebensächlicher wurde. Man hat förmlich das Verlangen von beiden der Protagonisten gespürt. Es war wirklich unglaublich. Umso mehr war ich erstaunt darüber, dass Elyas das ganze wohl genauso gesehen hat, wie ich. 😀

Fazit:

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass „Kirschroter Sommer“ eine sehr gut geschriebene Liebesgeschichte mit individuellen Protagonisten ist, die einen seeehr guten Sinn für Humor haben, und eine ganze Reihe von Nebencharakteren und Nebenstorys besitzt, die alle genauso interessant, gut durchdacht und wunderbar umgesetzt sind, wie die Hauptstory.

5 volle Tintenkleckse für diese atemberaubende Lovestory!

Ganz klare Kaufempfehlung!

Achtung Spoiler! (wirklich ganz mies, aber ich musste es noch mit einbringen :P):

Ach ja, fast vergessen: Es ist doch so was von sonnenklar, dass Luca und Elyas ein und dieselbe Person sind. Die Anspielungen in Lucas E-Mails und in Gesprächen mit Elyas sind so was von offensichtlich. Beispiele gefällig? Bitte sehr: Erdbeer-Margarita, Baileys Eis, guter Kaffee, Traumfrau/-mann und und und… es gibt wirklich unendlich viele Beispiele. Ich erwarte in „Türkisgrüner Winter“ eine spektakuläre Auflösung, dass Luca gar nicht existiert!

Ich kann es nicht erwarten den Nachfolger zu lesen! 😀

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Ein Kommentar zu „Rezension: Kirschroter Sommer

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